Öffnungszeiten Bürgerbüro

Montag & MittwochDienstagDonnerstagFreitag
07.30 - 12.00 Uhr 07.30 - 12.00 Uhr 07.30 - 12.00 Uhr 07.30 - 13.00 Uhr
14.00 - 17.00 Uhr 14.00 - 15.30 Uhr 14.00 - 19.00 Uhr  

Nur nach Terminvereinbarung - (06201) 707-0
Ausnahme: Abholungen von Ausweisen und Anträgen, dies ist ohne Termin möglich

Allgemeine Öffnungszeiten

Montag bis FreitagDienstagDonnerstag
08.30 - 12.00 Uhr 14.00 - 15.30 Uhr 14.00 - 18.00 Uhr

Die Hemsbacher
Stadt­geschichte

Das Wappen der Stadt Hemsbach

Das Hemsbacher Wappen geht auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahre 1490 zurück. Das heutige Dienstsiegel ist dem Siegel von 1706 nachgebildet. Die Farbgebung des Gemeindewappens erfolgte mit Zustimmung des Gemeinderats 1910 durch das Badische Generallandesarchiv. Die fachsprachliche, aus der Heraldik übernommene Beschreibung des Wappens (Blasonierung) lautet: In Silber ein schwarzes Schulterjoch (Spannhaken), darüber und darunter je eine fünfblättrige rote Rose mit grünen Kelchblättern.

Das Schulterjoch war als Traghilfe im ländlichen Bereich in Gebrauch, unter anderem im Weinbau, der seit jeher in Hemsbach betrieben wurde. Das Joch ist auch das alte Fleckenzeichen Hemsbachs, das vom Wappen abgelöst wurde. Die Bedeutung der Rosen ist nicht geklärt; vermutlich handelt es sich aber nur um eine Verzierung – oder um ein Symbol der Lebensfreude als Ausgleich zum „Joch der Arbeit“.

Einen anderen Standpunkt vertritt Edwin H. Höhn (Der Spannhaken ist das Hemsbacher Dorfzeichen, in: Hemsbacher Gemeinderundschau, 14 (1978), Nr. 2): Bei dem Symbol handle es sich um den längst vergessenen Spann- oder Klammhaken, wie er früher bei der Weinlese eingesetzt wurde. Als Hemsbach Mitte des 15. Jahrhunderts ein eigenes Siegel bekam, habe es der Wormser Herrschaft wohl nahe gelegen, ebenfalls ein Symbol aus dem Weinbau zu nehmen, so wie einige Orte an der kurpfälzischen Seite der Bergstraße in ihren Wappen Symbole aus dem Weinbau führen. Die beiden Rosen seien auch keine Sinnbilder für Freude, sondern zeigten vielmehr die damalige Zugehörigkeit Hemsbachs zur Wormser Herrschaft an.
Wappen

Die Tiefburg

Die Hemsbacher Burg im Ortskern

Anno 1421 zog Kurfürst Ludwig III. gegen die Hussiten nach Böhmen. Während der Kriegsvorbereitung verstärkte sein Bruder Otto I., Dorfherr zu Hemsbach, die Sicherheit von Burg und Dorf durch die Anlage zusätzlicher Gräben. Das nebenstehende Modell (Ansicht aus Richtung Süden) der Burg- und Schlossanlage zeigt diesen Ausbauzustand.

Dies ist wohl als letzte, abschließende Stufe in der Entwicklung der Burg anzusehen. Grundlage zu diesem Modell der „Veste Hemspach“ sind Pläne und Zeichnungen, die das General-Landesarchiv Karlsruhe zur Verfügung stellte. Darüber hinaus wurden der „Lorscher Codex“ und die Chroniken von Pfarrer Camill Maurer und Julius F. Kastner auf bekannte und versteckte Hinweise bezüglich des Aussehens und der Zweckbestimmung der Gebäude durchsucht.

Der Komplex mit dem schlossähnlichen Gebäude und der inneren Burg war von einem Wassergraben umzogen. Der Zugang erfolgte über eine Torbrücke. Durch den äußeren Burghof zog eine Straße, die am oberen Tor in die heutige Schlossgasse überging. An der Stelle vorn rechts steht heute das Rathaus.

Von diesem Tiefburgenkomplex, der einst von der heutigen Bachgasse bis zum Rathaus reichte, steht nur noch der Burgfried, heute „Zehntscheuer“ genannt (linkes Gebäude). Es ist das älteste Gebäude Hemsbachs.



Nach einem Text von Altstadtrat Edwin F. Höhn Literatur: Edwin F. Höhn, Burg und Schloßgut zu Hemsbach, Verlag: Druckerei Höhn, Laudenbach
Tiefburg

Hemsbach - Vom Dorf zur Stadt

Wenn Sie Ihre Kenntnisse über die Entwicklung Hemsbachs vom Dorf zu einer lebendigen Stadt der Gegenwart vertiefen möchten, sei Ihnen unsere Ortschronik empfohlen: Stadt Hemsbach (Hrsg.): Hemsbach – Vom Dorf zur Stadt, verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher, 2011, ISBN 978-3-89735-442-5.

Eine spannende und unterhaltsame Zeitreise durch Hemsbach mit vielen schönen fotografischen Erinnerungen bietet unser Büchlein Hemsbach – Bilder im Wandel der Zeit. Es ist 2014 erschienen im Geiger-Verlag, Horb am Neckar, und umfasst 60 Seiten mit 54 aktuellen und 54 historischen Fotos (ISBN: 9783865955487).

Im Spannungsfeld zwischen denkmalgerechtem Erhalt und moderner Nutzung

Die Sanierung des Hemsbacher Rathauses

Ein denkmalgeschütztes Gebäudes zu erhalten, ist ein spannendes und spannungsreiches Unternehmen. Für das ehemalige Hemsbacher Rothschild-Schloss, ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, gilt dies besonders, denn es dient seit 1928 als Rathaus. An zentraler Stelle gelegen, prägt es entscheidend den alten Ortskern der Stadt mit ihren etwa 12.000 Einwohnern und stiftet somit ein hohes Identifikationspotential.

Bei der Sanierung eines solchen Gebäudes trägt man also eine große und gleich mehrfache Verantwortung. Dieser hat sich Hemsbach in den Jahren 2007 bis 2009 gestellt.

Die bewegte Geschichte

Die bewegte Geschichte eines der Juwele der Baukunst an der Bergstraße beginnt 1762, als der kurfürstliche Jagdrat Franz Blesen das alte Schlossgut aufkaufte und 1764 auf dem Platz des ehemaligen Pferdestalls der alten Tiefburg einen zweistöckigen Putzbau im Stil einer italienischen Villa erbauen ließ, der heute den mittleren Trakt des Schlosses ausmacht. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb dann im Jahr 1839 der Frankfurter Bankier Baron Carl Mayer Freiherr von Rothschild das Anwesen, das noch heute seinen Namen trägt. Etwa 1850 ließ Rothschild die Villa um zwei Flügelbauten und zwei Geschosse erweitern. Das Gebäude erhielt so sein heutiges mediterranes Aussehen. Eine große Parkanlage mit ausgewählten Pflanzen ergänzte den Immobilienbesitz.
Nach Rothschild hatte das Schloss viele Besitzer, dann verfiel es zusehends. 1925 schließlich erwarb die Gemeinde das inzwischen ziemlich heruntergekommene Anwesen. Nach einer Renovierung und einigen baulichen Veränderungen zog 1928 die Verwaltung in das nunmehr (auch) „Neues Rathaus“ genannte Schloss ein.

Carl Mayer von Rothschild

Carl Mayer von Rothschild, geboren 1788 in Frankfurt am Main, gestorben 1855 in Neapel, war ein deutscher Bankier und der vierte Sohn des Dynastiegründers Mayer Amschel Rothschild. 1810 wurde er Teilhaber des Bank- und Handelshauses „M. A. Rothschild & Söhne“. Bei zahlreichen Reisen durch Europa knüpfte er weitreichende politische Beziehungen und trug damit zum weiteren Aufstieg der Bank bei.

Rothschild, aus dessen Ehe mit Adelheid Herz vier Söhne und eine Tochter hervorgingen, lebte teils in Frankfurt, teils in Neapel und erwarb in beiden Städten heute noch berühmte Gebäude, so beispielsweise 1841 die Villa Pignatelli, eines der angesehensten Häuser Neapels.

Erster Ehrenbürger Hemsbachs
1839 kaufte Carl Mayer von Rothschild das ehemalige Hemsbacher Burggut und wurde noch im gleichen Jahr zum ersten Ehrenbürger Hemsbachs ernannt. Der Name Rothschild ist übrigens auch verbunden mit dem Schloss Rennhof im ehemaligen Hemsbacher (heute Lampertheimer) Stadtteil Hüttenfeld. Dieses ließ sich Carl Mayer von Rothschilds ältester Sohn Mayer Carl 1853 zu seinen Ehren errichten; 1889 wurde es an die Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg verkauft. Seit 1954 ist es Unterkunft des Litauischen Gymnasiums Hüttenfeld.
Notwendige Sanierung versus Finanzsituation

Die Sanierung des Hemsbacher Schmuckstücks

In den 1980/90er Jahren zeigte sich, dass das Schloss immer mehr einer umfassenden Sanierung bedurfte, doch die überaus angespannte finanzielle Situation der Stadt Hemsbach ließ dies nicht zu. Als Ende 2005 herabfallende Fassadenteile aber zu einer Gefahr für Passanten wurde, tat Eile Not. Glücklicherweise gestaltete sich die Finanzlage zu dieser Zeit etwas entspannter.

Bereits 2004 hatte der Gemeinderat zunächst für eine neue Rathaus-Außenstelle in der Hildastraße 12 „grünes Licht“ gegeben, denn nach einer Sanierung würde das Rothschildschloss wegen diverser Vorgaben (Barrierefreiheit, Brandschutz) weniger Nutzfläche aufweisen. Der Baubeschluss zur Rathaussanierung fiel 2006. Das beauftragte Büro für Baukonstruktionen (BfB) Karlsruhe veranschlagte die Gesamtkosten für die Gebäudesanierung mit 3,7 Millionen Euro.

Zeit günstig für Fördermittel

2006

Die Zeit war zudem günstig für Fördermittel: Über das Landessanierungsprogramm würden etwa 850.000 Euro Zuschuss fließen, aus dem Ausgleichsstock etwa 1,1 Millionen Euro. Zur weiteren Finanzierung trugen eine Rücklagenentnahme und Erlöse aus dem Verkauf städtischen Eigentums bei.

Mehr lesen

Zeit günstig für Fördermittel

2006

Die Zeit war zudem günstig für Fördermittel: Über das Landessanierungsprogramm würden etwa 850.000 Euro Zuschuss fließen, aus dem Ausgleichsstock etwa 1,1 Millionen Euro. Zur weiteren Finanzierung trugen eine Rücklagenentnahme und Erlöse aus dem Verkauf städtischen Eigentums bei.

Die Entscheidung fiel zugunsten desjenigen Entwurfs, der den größten Raumgewinn versprach und das Erscheinungsbild des Schlosses fast unberührt ließ. Dieser sah eine zentrale Halle mit lichtem, durchgehendem Treppenhaus vom Erd- bis ins dritte Obergeschoss vor, bis ins zweite Obergeschoss zweiläufig. Die notwendige Verbreiterung des Verbindungsgangs im dritten Obergeschoss sollte möglich werden durch eine – optisch wenig beeinträchtigende – Versetzung der Südwand nach außen. Für die horizontale Erschließung inklusive Aufzug musste allerdings die historische Treppe aus dem Jahr 1840 weichen.

Neugestaltung der Außenanlage

2008

Parallel zur Gebäudesanierung startete die 2008 Neugestaltung der Außenanlagen, denn auch das Umfeld des Schlosses sollte in neuem Glanz erstrahlen und seine zentrale Lage im historischen Ortskern angemessen zur Geltung bringen. Bei der Planung hatte die Verwaltung auf eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit gesetzt und sowohl einen „runden Tisch“ als auch eine Bürgerversammlung einberufen.

Mehr lesen

Neugestaltung der Außenanlage

2008

Parallel zur Gebäudesanierung startete die 2008 Neugestaltung der Außenanlagen, denn auch das Umfeld des Schlosses sollte in neuem Glanz erstrahlen und seine zentrale Lage im historischen Ortskern angemessen zur Geltung bringen. Bei der Planung hatte die Verwaltung auf eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit gesetzt und sowohl einen „runden Tisch“ als auch eine Bürgerversammlung einberufen.

Ergebnis war, dass das Rathaus insgesamt seinen das mediterrane Flair des Ensembles unterstreichenden „grünen Rahmen“ zurückbekommen hat. Der Eingangsbereich wurde mit Natursteinen gepflastert; das Ehrenmal mit Brunnen saniert. Gesäumt wird die Fläche von Kastanien, die Treppe ist nach Westen und Norden hin offen. Im Süden dominiert eine große, vielfältig nutzbare Schotterrasenfläche, ergänzt durch einen Rosengarten, eine Terrasse und kleine Bühne, Spielgeräte für Kinder und viele weitere auflockernde Gestaltungselemente. Zudem bieten sich am und rund ums Rathaus ausreichende Parkmöglichkeiten. Die Kosten in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro wurden zu zwei Dritteln mit Zuschüssen und Fördermitteln gedeckt.

Die Sanierung beginnt

2007

Im Frühjahr 2007 war das Rathaus geräumt – einige Verwaltungsbereiche kamen während der rund zweijährigen Bauzeit in der neuen Rathausaußenstelle unter, Bürgermeister, Stabstelle, Personalamt und der Fachbereich Planung und Technik in angemieteten Räumen in der Bachgasse. Dann folgten die ersten Schadenskartierungen und Demontagearbeiten. Zerbröselndes Mauerwerk, abfallender Putz, lockere Gesimse, verfaultes Holzgebälk, durchgerostete Balkongeländer – die Mängelliste nahm kein Ende. Aber eines der größten Probleme, die es zu bewältigen galt, war das unzureichende Raum- und Traggefüge des Schlosses. Zur besseren Aussteifung und Anbindung der Holzbalkendecken an die Querwände baute man an vielen Stellen Stahlanker ein. Um die Last auf den etwa 70 Quadratmeter großen Gewölbekeller zu reduzieren, musste die östliche Treppenraumwand in Höhe des Erdgeschosses durch eine Wand aus Stahlbeton mit Stahlbeton-Stützen im Untergeschoss ersetzt werden.

Mehr lesen

Die Sanierung beginnt

2007

Im Frühjahr 2007 war das Rathaus geräumt – einige Verwaltungsbereiche kamen während der rund zweijährigen Bauzeit in der neuen Rathausaußenstelle unter, Bürgermeister, Stabstelle, Personalamt und der Fachbereich Planung und Technik in angemieteten Räumen in der Bachgasse. Dann folgten die ersten Schadenskartierungen und Demontagearbeiten. Zerbröselndes Mauerwerk, abfallender Putz, lockere Gesimse, verfaultes Holzgebälk, durchgerostete Balkongeländer – die Mängelliste nahm kein Ende. Aber eines der größten Probleme, die es zu bewältigen galt, war das unzureichende Raum- und Traggefüge des Schlosses. Zur besseren Aussteifung und Anbindung der Holzbalkendecken an die Querwände baute man an vielen Stellen Stahlanker ein. Um die Last auf den etwa 70 Quadratmeter großen Gewölbekeller zu reduzieren, musste die östliche Treppenraumwand in Höhe des Erdgeschosses durch eine Wand aus Stahlbeton mit Stahlbeton-Stützen im Untergeschoss ersetzt werden.

Hemsbach nimmt sein Schmuckstück in Besitz

2009

Bereits kurz vor Weihnachten 2008 begann die Stadtverwaltung wieder mit dem „Rück-Umzug“ ins sanierte Rathaus. Ein gutes halbes Jahr später, nach endgültiger Fertigstellung auch der Außenanlagen, feierte Hemsbach am 26. Juli 2009 schließlich sein neues Schmuckstück mit einem großen Fest und einem Tag der offenen Tür. Ganz Hemsbach nahm sein Rathaus in Besitz, dessen gestalterisch hohe Qualität nun (wieder) harmonisch mit einem „Schlossgarten“ korrespondiert und Hemsbach eines der schönsten Rathäuser der Region beschert – zumal sich ein Rathaus des 21. Jahrhunderts auch im Innenbereich kaum bürgerfreundlicher gestalten lässt und darüber hinaus für die Verwaltungsmitarbeiter eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft. All dies ist dem Umstand zu verdanken, dass zu jedem Zeitpunkt der Sanierung die praktische Arbeit am Objekt von allen an der Sanierung Beteiligten als gemeinsame Aufgabe begriffen und zielorientiert durchgeführt wurde.

Mehr lesen

Hemsbach nimmt sein Schmuckstück in Besitz

2009

Bereits kurz vor Weihnachten 2008 begann die Stadtverwaltung wieder mit dem „Rück-Umzug“ ins sanierte Rathaus. Ein gutes halbes Jahr später, nach endgültiger Fertigstellung auch der Außenanlagen, feierte Hemsbach am 26. Juli 2009 schließlich sein neues Schmuckstück mit einem großen Fest und einem Tag der offenen Tür. Ganz Hemsbach nahm sein Rathaus in Besitz, dessen gestalterisch hohe Qualität nun (wieder) harmonisch mit einem „Schlossgarten“ korrespondiert und Hemsbach eines der schönsten Rathäuser der Region beschert – zumal sich ein Rathaus des 21. Jahrhunderts auch im Innenbereich kaum bürgerfreundlicher gestalten lässt und darüber hinaus für die Verwaltungsmitarbeiter eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft. All dies ist dem Umstand zu verdanken, dass zu jedem Zeitpunkt der Sanierung die praktische Arbeit am Objekt von allen an der Sanierung Beteiligten als gemeinsame Aufgabe begriffen und zielorientiert durchgeführt wurde.

Hervorzuheben ist auch die Wirtschaftlichkeit: Trotz aller Unwägbarkeiten bei der Sanierung dieses geschichtsträchtigen Gebäudes legte man hinsichtlich der im Vorfeld der Sanierungsarbeiten veranschlagten Kosten eine „Punktlandung“ hin – und kam bei der Finanzierung einer der größten Investitionsmaßnahmen Hemsbachs in den letzten Jahrzehnten ohne Darlehensaufnahme aus.

Im eingangs beschriebenen Spannungsfeld stellt sich das Gebäude heute dar als gelungene Metamorphose: Es ist ein Schloss geblieben und zu einem zeitgemäßen Rathaus geworden, zu einer Stätte der Begegnung aller Generationen, zu einem lebendigen Mittelpunkt.

Rothschildschloss

Wilhelm Trübner

(1851-1917)

Trübner war der Sohn eines Heidelberger Goldschmieds. 1867 ging er an die Kunstschule in Karlsruhe. 1869 setzte er sein Studium an der Akademie in München fort. 1871 bezog Trübner zusammen mit Albert Lang und Carl Schuch ein gemeinsames Atelier. Von Wilhelm Leibls Malerei beeindruckt, schloss er sich dessen Künstlerkreis an. 1872 arbeitet Trübner im Atelier von Hans Thoma. Er reiste nach Italien, Belgien, Holland und durch Deutschland. 1874-1875 leistete der Künstler Militärdienst in Karlsruhe. Anschließend wohnte er wieder in München mit kurzen Aufenthalten in Heidelberg, Paris, London. 1890 fand Trübner unter dem Einfluss der französischen Malerei zur Freilichtmalerei. 1896-1903 lebte Trübner in Frankfurt. Er bezog ein Atelier im Städelschen Kunstinstitut. 1897 gründete er in den Räumen des Städel seine private Malschule. Ihm gelang der Durchbruch zu einem erfolgreichen und gefragten Künstler. 1892 wurde er Gründungsmitglied des Cronberger Künstler-Bundes. 1903 bis 1917 lehrte Trübner als Professor an die Akademie in Karlsruhe. Trübner schuf vorwiegend Landschaften und Porträts. Er legte weniger Wert auf das Motiv als auf das rein Malerische. In seinen Bildern mit dynamischem Pinselduktus und kräftigen Farben dominieren Grüntöne. Stilistisch stehen seine Werke zwischen Impressionismus und Realismus.
Beschreibung aus dem Auktionskatalog (Winterberg): Trübner, der 1903 eine Berufung an die Kunstakademie Karlsruhe angenommen hatte, pachtete das Schloss Hemsbach in der Nähe von Weinheim in den Jahren 1904-07 für die Sommermonate als Aufenthaltsort für seine Familie und sich. Er malte in dieser Zeit mehrere variierte Fassungen vom Schloss und dem Park und wählte dabei bevorzugt die Vorder- und Rückansicht sowie den Blick durch die Bäume auf das Schloss als Motiv. In Anlehnung an die Idee der sogenannten Serienbilder der französischen Impressionisten, und hier vor allem an Claude Monet, gab er sein Sujet zu verschiedenen Tageszeiten und damit auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wieder. Dabei dominiert in der Farbgebung ein fein nuanciertes Grün in stark linear aufgetragenem Pinselstrich, so dass die dunklen Partien den vom Licht erfassten Bereichen wirkungsvoll gegenüberstehen. Der Großteil dieser Variationen befindet sich in öffentlichem Besitz, u. a. in den Museen von Berlin, Bern, Freiburg, Kiel, München, Schweinfurt und Wiesbaden.
Wilhelm Trübner

Die Hemsbacher Geschichte im Zeitstrahl

  • 795

    Ersterwähnung Hemsbachs in einer Grenzbeschreibung der Markt Heppenheim als Hemmingisbach im Lorscher Codex
  • 1264

    Ersterwähnung der Hemsbacher Burg anlässlich des Treffens wegen Weinheim zwischen dem Mainzer Erzbischof und dem Kurfürst von der Pfalz in Hemsbach
  • 1476

    Erstmals wird das Rathaus in der Bachgasse erwähnt. Ältester Abdruck eines Gemeindesiegels
  • 1573

    Einführung der Reformation in der Kellerei Hemsbach
  • 1621

    Spanische Truppen besetzen die Bergstraße. In den Wirren des 30-jährigen Krieges brennt die Kirche nieder
  • 1635

    Pest und Hunger wüten im ganzen Land. Kaiserliche Soldaten legen in der Ortschaft mehrere Gebäude in Schutt
  • 1653

    In der Kellerei Hemsbach werden die reformierte und katholische Konfession zugelassen. Es ist die erste Vereinbarung in Deutschland, die eine gemeinsame Kirchenbenutzung festlegt
  • 1660

    Erwähnung der ersten jüdischen Einwohner
  • 1698

    Bau eines neuen Rathauses in der Bachgasse
  • 1748

    Bau einer neuen Kirche (St. Laurentius) als Simultankirche mit den Reformierten nach den Plänen des Kirchenbaumeisters Valerius
  • 1762

    Regierungsrat von Blesen baut das Hemsbacher Schloss
  • 1802

    Nach Auflösung der Kurpfalz kommt Hemsbach nach Bade
  • 1804

    Balzenbach wird Hemsbacher Ortsteil
  • 1832

    Beginn großer Auswanderungen nach Amerika
  • 1837

    Graf Waldner-Freundstein kauft den Schafhof und baut den Vierritterturm
  • 1839

    Freiherr von Rothschild kauft das Hemsbacher Schloss
  • 1845

    Bau der Synagoge
  • 1846

    Der erste regelmäßige Zugverkehr über Hemsbach wird eingerichtet
  • 1849

    Gefecht in Hemsbach zwischen badischen Revolutionstruppen und Freischaren mit großherzoglich-hessischen Truppen
  • 1851

    Altes Rathaus: Rathausbrand
  • 1925

    Die Gemeinde kauft das Schlossgebäude
  • 1928

    Nutzung des Schlossgebäudes als Rathaus
  • 1935

    Auflösung des seit 1653 bestehenden Simultaneums
  • 1936

    Einweihung der evangelischen Christuskirche
  • 1940

    Mit der Verschleppung der noch 19 ortsansässigen Juden in das französische Lager Gurs endet am 22. Oktober die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hemsbach
  • 1945

    Am 27. März besetzen amerikanische Truppen den Ort
  • 1968

    Freigabe des Autobahnabschnitts der BAB 5 Darmstadt – Weinheim & Eröffnung des Hemsbacher Wiesensees
  • 1970

    Hemsbach überschreitet die Zahl von 10.000 Einwohnern
  • 1972

    Partnerschaftsvertrag mit der französischen Stadt Bray-sur-Seine
  • 1979

    Mit Wirkung vom 01. November 1979 wird der Gemeinde Hemsbach die Bezeichnung Stadt verliehen
  • 1983

    Der Ortsteil Rennhof (Hüttenfeld) wird an die Stadt Lampertheim abgetreten
  • 1986

    Partnerschaftsvertrag mit der englischen Stadt Wareham
  • 1990

    Partnerschaftsvertrag mit der Stadt Mücheln (Geiseltal) in Sachsen-Anhalt
  • 1993

    Abschluss der Bestandsaufnahme, Dokumentation und Konservierung des Jüdischen Friedhofs
  • 1999

    Hemsbach startet den Prozess „Lokale Agenda 21“
  • 2004

    Feier des 25-jährigen Stadtjubiläums
    Sanierung des Bahnhofs
    Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hält die Predigt beim Katholischen Pfingstgottesdienst auf dem Kreuzberg
  • 2006

    Eröffnung des neuen Polizeipostens und der Rathausaußenstelle in der Hildastraße 12
  • 2007

    Baubeginn der Kreisverbindungsstraße K 4229
  • 2007 - 2009

    Umfassende Sanierung des Rathauses bzw. ehemaligen Rotschildschlosses und Neugestaltung des Rathausumfelds
  • 2008

    Der Künstler Gunter Demnig beginnt mit dem Einlassen von insgesamt 22 "Stolpersteinen" im Straßenraum vor ehemaligen Wohnhäusern jüdischer Mitbürger
  • 2013

    Mit breiter Bürgerbeteiligung wird ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ erarbeitet
  • 2016

    Eröffnung des "alla hopp!"-Bürgerparks an der Hüttenfelder und Bray-sur-Seine-Straße

    Noch nicht genug von der Hemsbacher Geschichte?

    Aufschlussreich und spannend zu lesen sind die vom Geschichtsverein Hemsbach e. V. verfassten Artikel zur Hemsbacher Ortsgeschichte, die seit 1983 als Heimatbeilage Die Dorfheimat im „Hemsbacher Stadtanzeiger“ erschienen und auch im Internet auf der Website des Geschichtsvereins zu finden sind.

    © 2020 Stadt Hemsbach.
    Alle Rechte vorbehalten.