Öffnungszeiten Bürgerbüro

Grabenstraße 2 / 69502 Hemsbach

Montag & MittwochDienstagDonnerstagFreitag
07.30 - 12.00 Uhr
13.00 - 16.00 Uhr
07.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 15.30 Uhr
07.30 - 12.00 Uhr
14.00 - 18.00 Uhr
07.00 - 12.00 Uhr

Besuche des Bürgerbüros sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Die Terminvergabe erfolgt telefonisch unter (06201) 707-92, -93, -94, -96 oder online Termin vereinbaren

Öffnungszeiten Rathaus

Schlossgasse 41 / 69502 Hemsbach

Montag bis FreitagDienstagDonnerstag
08.30 - 12.00 Uhr 14.00 - 15.30 Uhr 14.00 - 18.00 Uhr

Die Öffnungszeiten der Galerie im Schloss sind identisch mit denen des Rathauses.

Kontakt

Telefon: (06201) 707-0
E-Mail: post@hemsbach.de

26. März 2026
Blühende Bergstraße e. V.

Stammtisch der Blühenden Bergstraße: Packende Themen und Diskussionen

Ein Exemplar orthosia incerta - ein Nachtfalter, zu deutsch: die Kätzcheneule, sitzt auf einer Salweide

Mit 24 Teilnehmern war der erste „Stammtisch“ des Vereins Blühende Bergstraße im Rathaus der Stadt Hemsbach sehr gut besucht. Der Abend begann um 18:30 Uhr. Drei Stunden später war die Zeit vergangen wie im Flug. Auch danach gingen die Gespräche noch in kleinen Gruppen weiter, bis dann mal (versehentlich) das Licht ausgeschaltet wurde und das Signal zum Heimweg gegeben war. Das Ziel, das Netzwerk der Akteure weiter zu spinnen, war damit schon mal erreicht.

Im Laufe des Abends folgten interessante Themen Schlag auf Schlag. Zunächst stellte Thomas Jungbluth von den Naturfreunden Schriesheim anschaulich vor, was das Abschneiden von früh blühenden Salweiden für die Insektenwelt und letztlich die gesamte Nahrungskette bis zu Vögeln bedeutet. So wurden in einer einzigen blühenden Salweide 500 Honigbienen und 150 Wildbienen an einem Tag und 120 Nachtschmetterlinge in einer Nacht gezählt. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, den Rückschnitt jeweils nur für einen Teil des Bestands vorzunehmen.

Als Nächstes bot Antje Beckmann, Umweltbeauftragte der Stadt Weinheim, die Möglichkeit für Besitzer von Grundstücken mit Obstbäumen an, sich einem von der Stadt initiierten Sammelantrag für Fördermittel des Landes zur Obstbaumpflege anzuschließen. Für nähere Auskünfte wird um Kontaktaufnahme unter Tel. (0 62 01) 82 333 gebeten.

Dann kam die Gruppe auf die Notwendigkeit zu sprechen, manche für den Naturschutz wichtigen Bereiche der Dringlichkeit halber mit ehrenamtlicher Hilfe zu pflegen, obwohl eigentlich die Grundstückseigentümer zur Pflege verpflichtet sind. Für solche Ansätze bietet der Verein Blühende Bergstraße seine Unterstützung an. Es schloss sich eine vielseitige Diskussion rund um die Verpflichtung der Eigentümer zur Grundstückspflege, aber auch um die Vermüllung der Landschaft an, die in manchen Bereichen erschreckende Ausmaße angenommen hat und nicht selten auch giftige Stoffe einschließt.

Für die Pflege von kleinen Grundstücken hat Beate Weis, Mitglied des Vorstands des Vereins Blühende Bergstraße, die Initiative ergriffen und eine kleine Herde von Zwergschafen aufgebaut, die an Grundstücksbesitzer „ausgeliehen“ werden können. Mit dieser Projektidee der „Goldenen Mäulchen vom Blütenweg“ soll nicht zuletzt auch Familien mit Kindern die Möglichkeit zu Erlebnissen im Kontakt mit den Weidetieren gegeben werden. Dass die jüngere Generation und somit auch deren Kinder kaum noch einen Bezug zu Grundstücken im Vorgebirge und ein Gefühl für deren Wert und landschaftsgerechte Nutzung haben, war letztlich der Auslöser für diese Projektidee, die von der Metropolregion im Rahmen des Wettbewerbs „Landschaft in Bewegung“ im vergangenen November ausgezeichnet wurde.

Im nächsten Punkt berichtete Bernhard Ullrich, Projektmanager der Blühenden Bergstraße und Geschäftsführer des gleichnamigen Vereins, dass Weinbausachverständige davon ausgehen, dass in den kommenden fünf Jahren etwa die Hälfte der Weinbaufläche aus der Nutzung fallen dürfte. Diese großflächige Freisetzung von Flächen durch den Rückzug des Weinbaus wirft die Frage auf, wie diese Flächen offengehalten werden können, um die charakteristischen Wesenszüge der Blühenden Bergstraße zu erhalten – und dies bei knappen Kassen und massivem Rückgang der Fördermittel. Angesichts dieser Entwicklungen werden zurzeit alternative Denkmodelle einer Beweidung großer zusammenhängender Flächen in Teilen des Projektgebiets auf Machbarkeit geprüft, da die Größe von Weideflächen, aber auch die Organisation des Weidebetriebs auf diesen Flächen ganz entscheidend für die Finanzierbarkeit sind. Auch hierzu entspann sich eine rege Diskussion, in der Chancen, Hindernisse, Aspekte der Umsetzung und Alternativen beleuchtet wurden. Über die weitere Entwicklung wird im nächsten Stammtisch im Herbst berichtet.

Abschließend wurden die Teilnehmer noch darum gebeten, die Augen nach Götterbäumen in der Landschaft offenzuhalten und dem Verein Blühende Bergstraße zu melden. Diese expansive, nicht heimische Baumart breitet sich in jüngerer Zeit auch in Folge des Klimawandels rasant aus und ist in der Lage, schnell unduldsame Bestände zu bilden und heimische Arten zu verdrängen. Hierzu will der Verein zusammen mit den Projektgemeinden der Blühenden Bergstraße einen Informationsflyer auflegen.

Alle Teilnehmer wollen miteinander weiter in Kontakt bleiben und haben sich für die Einladung zum nächsten Stammtisch im Herbst vorgemerkt. Die Runde ist für alle Interessierten offen. Interessenten können sich gerne jederzeit beim Verein für die Zusendung einer Einladung vormerken.

Informationen zum Projekt und Verein „Blühende Bergstraße“:
Bernhard Ullrich, Tel. (06201) 2 59 58 90; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.; Internet: www.bluehende-bergstrasse.de.

Beiligende Fotos zur Auswahl:

Foto 1: Blühende Salweide – auch bei Nacht Anziehungspunkt für blütenbesuchende Insekten

Foto 2: Die Kätzcheneule – Salweidenkätzchen sind bevorzugte Nahrungsquelle dieses Nachtfalters

Quelle: Thomas Jungbluth, Schrieshei