Stadt gestaltet Grünflächen an der Hüttenfelder Straße neu: „Steppe“ wird zum reich gedeckten Tisch für Insekten

Nein, sie haben wahrlich kein schönes Bild abgegeben, und Bienen und Schmetterlinge suchte man dort vergeblich: Die Grünflächen entlang der Hüttenfelder Straße glichen in den vergangenen Sommern eher einer Steppe. Da im Zuge des Klimawandels dort wohl auch in Zukunft nichts Grünes und Blumiges mehr von alleine, sondern nur mit sehr viel kostbarem Wasser wachsen wird, will die Stadtverwaltung jetzt mit trockenheitsverträglichen Anpflanzungen gegensteuern. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben in seiner letzten Sitzung zu.

Die heißen Sommer, die extreme Trockenheit und die bereits im Frühjahr beginnenden Dürreperioden haben in den zurückliegenden Jahren gezeigt, dass unsere Rasenflächen den Witterungsbedingungen im wahrsten Wortsinne nicht mehr gewachsen sind und stattdessen vertrocknen. Von Grünflächen kann im Grunde schon lange keine Rede mehr sein.

Auch entlang der Hüttenfelder Straße blieben unansehnliche und zudem ökologisch nicht sonderlich wertvolle Vegetationsflächen übrig, die weder zur Steigerung der Attraktivität des Ortsbildes an dieser vielbefahrenen Straße beitragen, noch Insekten als Wirts- und Futterpflanzen dienen.

Jetzt geht die Stadt mit gutem Beispiel voran und gestaltet noch im Oktober etwa 1.600 Quadratmeter Fläche an der Straße und an den beiden Kreiseln in hitze- und trockenheitsverträgliche Blühflächen um.

Vorgesehen sind zum einen eine reine Wildkrautansaat auf zwei großen ehemaligen Rasenflächen entlang der Hüttenfelder Straße, die zusammen etwa 1.000 Quadratmeter umfassen; zum anderen werden auf den insgesamt 600 Quadratmetern Grünfläche um den Kurpfalz-Kreisel und am Wareham-Kreisel Prärie- und Steppenstauden gepflanzt, die für Extremstandorte geeignet sind.

„Die Stauden und Wildkräuter müssen lediglich bei der Einsaat und Erstere noch in der Anwachsphase gewässert werden; bei den Wildkräutern genügt es auch, diese ein- bis zweimal pro Jahr zu mähen und abzuräumen“, erklärt der für Grünflächen zuständige Rathausmitarbeiter Thomas Wetzel vom Fachbereich Planung und Technik. Neben wertvollen Ressourcen wie Trinkwasser spart die Stadt zukünftig also auch noch Zeit und Geld bei den Pflegemaßnahmen ein.

Der wichtigste Aspekt dürfte allerdings sein, dass mit der Neugestaltung die Biodiversität im urbanen Bereich gesteigert wird und diese Stellen zum reich gedeckten Tisch für Insekten werden: Dort wird es bald wieder summen und brummen.

Die Neugestaltung an der Hüttenfelder Straße und an den Kreiseln soll aber nur ein Anfang sein: Im Rathaus nimmt man bereits weitere städtische Flächen ins Visier.

Foto: Das Bild zeigt die bereits vorbereitete Fläche an der Kreuzung Hüttenfelder/Gleiwitzer Straße