A020/2019 - Umwandlung d. Schottergärten in normale Gärten

Die Fraktion der Grün Bunten Liste stellt folgenden Antrag:
Die Stadt Hemsbach schafft mit Stauden- und Sträucher-Starter Kits für die Bewohner/innen Hemsbachs einen Anreiz, ihre Schottergärten wieder in normale Gärten mit möglichst vielen heimischen Pflanzen zurück zu wandeln.

In den letzten Jahren hat sich der Trend zu Schottergärten immer weiter fortgesetzt. Sie sind mittlerweile in fast jeder Straße zu finden. Dies hat erheblichen Einfluss auf das Stadtklima, das unter anderem durch die steigenden Temperaturen immer heißer wird. Der Schotter heizt sich tagsüber auf und gibt die Wärme über Nacht wieder an die Umwelt ab. Auch können die Kaltluftschichten, die vom Berg herunterkommen, das Aufheizen nicht mehr regulieren, wie bei der Kaltluftschneisenbegehung am 12.09.2019 vor Ort erklärt wurde.
Um Schottergärten aufzubauen, muss der Boden verdichtet und mit einem rein kunststoffhaltigen Vlies überzogen werden, ansonsten würde es verrotten. Darauf wird dann die Steinschicht gesetzt. Das Regenwasser kann nicht versickern, es verdunstet zu schnell und die Kühlung, die hierbei in normalen Gärten entsteht, bleibt bei Schottergärten aus, es kommt zum Saunaeffekt. Des Weiteren sinkt der Grundwasserspiegel und Trinkwasserbrunnen müssen tiefer gebohrt werden.
Bei Starkregenereignissen, wie sie immer häufiger vorkommen, kann das Wasser nur noch von der Kanalisation aufgenommen werden. Die Kanalisation kann diese Wassermengen nicht aufnehmen, was zu überfluteten Kellern und Straßen führt. Auch können bei entsprechendem Druck Kanaldeckel hochgedrückt werden (s. beispielsweise Bensheim).
Da das Nahrungsangebot gering bis gar nicht vorhanden ist, bedeutet das auch einen starken Rückgang der Fauna, insbesondere der Insekten. Gerne wird hier mit Insektiziden und Pestiziden nachgeholfen, damit der Schottergarten möglichst unkrautfrei bleibt. In manchen Gärten findet man hingegen wundervolle einzelne Pflanzen bzw. Büsche, die jedoch nicht hier heimisch sind und daher häufig kein Nahrungsangebot für die Fauna darstellt.
Auch ist die Ökobilanz des Schotters katastrophal. Der Großteil der Steine aus China, Indien und Skandinavien kommt. Es muss also enormer Energieaufwand betrieben werden, dass der Stein in dieser Form hierherkommt. Auch weiß man nicht, unter welchen Umständen der Stein gefördert wurde (Stichwort Kinderarbeit, ungenügend geschützte Bergwerke und Gruben).
Wir möchten aus den o.g. Gründen den Bewohnern Hemsbachs Anreiz bieten, ihre Gärten wieder zu Gärten und nicht zu Steinwüsten zu machen, indem wir die Idee eines Starter Kits vorstellen. Dieses Kit könnte heimische Stauten und Sträucher beinhalten sowie Hilfestellung und Beratung beim Rückbau und der Entsorgung des Vlieses. Auch könnte bei der Umgestaltung unterstützt werden. Denkbar wäre eine Kombination aus Gestein und Sträuchern, die einer Vielfalt von Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten kann (beispielsweise eine lebende Steinmauer). Die Unterstützung könnte eine Kombination aus ISEK, Bauhof und BUND/ NABU sein. Auch eine nachbarschaftliche Unterstützung bei der Umgestaltung und Pflege könnte zu mehr Kontakt mit den Nachbarn und einer Förderung der Gemeinschaft führen. Man könnte auch eine jährliche Prämierung für den besten Gartenumbau, vielleicht in Form einer Wander- Statue, verleihen, die man dann gerne im blühenden Garten aufstellen darf, als zusätzliche Motivation. Die Preisverleihung könnte zum Beispiel beim Bachgassenfest im Anschluß zum Ehrenbachgässler stattfinden.

Diese Starter Kits könnten beim nächsten Obstbaumverkauf vom Obst-, Wein- und Gartenbauverein nächstes Jahr verkauft werden.

Ansprechpartner: Wetzel, Thomas
zuständiger Fachbereich: FB 2
Antragsdatum: 08.10.2019
Antragsteller: GBL
Eingangsdatum: 15.10.2019
in Sitzung vorgelegt:  
in Sitzung beraten & beschlossen:  
Bearbeitungsstand: offen

Bemerkung

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