Diesjährige Aussaataktion des Projekts „Blühender Naturpark“ gestartet: Neue Wildblumenwiese auch in Hemsbach

Geschrieben von Naturpark Neckartal-Odenwald/Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Nach dem Projektstart 2018 konnten in diesem Frühling im Naturpark Neckartal-Odenwald bereits über 110 Wildblumenwiesen aus den letzten zwei Jahren bestaunt werden. Auch in diesem Jahr engagieren sich der Naturpark Neckartal-Odenwald und zahlreiche Gemeinden, Privatpersonen und Unternehmen beim Projekt „Blühender Naturpark“ für mehr ökologische Vielfalt in der Region - so auch die Stadt Hemsbach.

Aber Blumenwiese ist nicht gleich Blumenwiese. Für die erfolgreiche Anlage ist neben der Bodenqualität und den klimatischen Voraussetzungen die Auswahl des richtigen Saatguts wichtig. Nach gründlicher Vorbereitung des Saatbetts kann die Aussaat dann entweder im Frühjahr oder auch im Frühherbst von August bis Mitte September durchgeführt werden.

Die teilnehmenden Flächen werden entweder im Rahmen einer Neuanlage mit gebietsheimischen, mehrjährigen Wildblumenarten eingesät oder es wird eine Umstellung des Pflegemanagements durchgeführt. In beiden Fällen kann so Nahrung und Lebensraum für unsere heimischen Insekten geschaffen werden.

Nach den Flächenbegutachtungen und der Beratung und Information der Teilnehmer durch den Naturpark fand im Sommer die Vorbereitung der neu anzulegenden Flächen durch die Kommunen statt. Insgesamt werden in diesem Jahr allein im Naturpark Neckartal-Odenwald 5,2 Hektar Blühfläche neu angelegt und 0,2 Hektar Fläche durch eine Pflegeumstellung aufgewertet.

Auch Bürgermeister Kirchner setzte sich gemeinsam mit ISEK-Koordinatorin Lara Scharei für die Teilnahme der Stadt Hemsbach am Projekt ein, passt es doch wunderbar auch zur Kampagne „Blühendes Hemsbach“. Ausgewählt wurde eine Fläche mit über 2.000 Quadratmetern am Ortsausgang Richtung Sulzbach. Am 7. Oktober wurde das vom städtischen Bauhof vorbereitete Areal dann mit tatkräftiger Unterstützung von sechs Kindern der – passenderweise – „Schmetterlingsgruppe“ des St.-Laurentius-Kindergartens erfolgreich eingesät. „Wir freuen uns über die Hilfe bei der Aussaat und das Interesse der Teilnehmer an dem Projekt!“, freute sich Naturpark-Projektmanager Raffael Lutz. Ab dem kommenden Frühjahr wird dort nun eine Wildblumenwiese erblühen – und, neben der optischen Aufwertung des Geländes, hoffentlich für viel Gesumme sorgen.

Insekten: Unentbehrlich für unser Ökosystem

Eine Studie vom Oktober 2017 belegt, dass der Bestand an Fluginsekten in Deutschland in den letzten 27 Jahren um mehr als 76 Prozent zurückgegangen ist. Dabei ist inzwischen das Bewusstsein für die überlebenswichtige Funktion der Insekten bei den meisten gewachsen. Insekten sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich und bilden eine wichtige Basis vieler Nahrungsketten. Ohne die Bestäubung vieler Pflanzen durch Insekten, würde ein Großteil unserer Nahrungsmittel fehlen.

In Deutschland gibt es 564 Arten von Bienen, die Honigbiene ist nur eine davon. Alles andere sind Wildbienen, darunter 32 Hummelarten. Über die Hälfte zählt zu den gefährdeten Arten. 147 Arten ernähren sich von einer einzigen Blütenart. Die Ursachen des Insektenrückgangs werden in den Medien und der Wissenschaft viel diskutiert. Ein durch den Klimawandel schwindender Lebensraum, abnehmende Pflanzenvielfalt auf unseren Wiesen und Insektizide gelten als die Hauptgründe.

Das Projekt „Blühende Naturparke“

Im Rahmen einer landesweiten Kampagne dürfen die sieben Naturparke Baden-Württembergs aufblühen. Mit lokalen Akteuren werden in allen Naturparken Flächen mit standortangepassten, regionalen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät. Neben Kommunen und Landkreisen können sich auch Unternehmen und Privatpersonen im Naturpark Neckartal-Odenwald zu Teilnahmemöglichkeiten informieren. Das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg unterstützt das Projekt.

Mehr Informationen:
www.naturpark-neckartal-odenwald.de
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Zum Projekt „Blühende Naturparke“:
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