Untere Bachgasse wird zur Einbahnstraße - Gemeinderatsbeschluss umgesetzt

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Was lange währt: Nach vielen Jahren der Diskussion um das Für und Wider und wird die untere Bachgasse jetzt zur Einbahnstraße. Eine entsprechende Beschilderung erfolgt in den nächsten Tagen. Von der Grabenstraße bis zur Rückgasse ist Autoverkehr dann nur noch von Ost nach West, also in Richtung Bahnhof, möglich. Radverkehr in Gegenrichtung bleibt erlaubt, ebenso die Ausfahrt vom Sparkassen- und Bray-sur-Seine-Parkplatz auf die Grabenstraße.

Schon der Arbeitskreis Verkehr der „Lokalen Agenda 21“ hatte von Beginn bis Ende der 2000er Jahre unter anderem den unteren Bereich der Bachgasse ins Visier genommen und auf eine Verbesserung der dortigen Verkehrssituation gedrängt. Dazu gehörte auch der Vorschlag einer Einbahnstraßenregelung. Mehrfach nahm die Gruppe Anlauf, war jedoch mit ihrem Ansinnen immer wieder gescheitert.

Es brauchte dann den 2012 vom neuen Bürgermeister Jürgen Kirchner angestoßenen Prozess eines „Integrierten Städtischen Entwicklungskonzepts“, kurz ISEK, damit dieses Thema wieder ins Rollen kam: Ein Parkraum- und Verkehrskonzept für den Hemsbacher Ortskern wurde als ein zeitnah umzusetzendes Pilotprojekt bestimmt. Unter breiter Bürgerbeteiligung in Form von Befragungen und einer Planungswerkstatt stellte das Büro Stete Planung dann Anfang des Jahres 2016 dem Gemeinderat erste Ergebnisse vor.

Die Anregungen des Gemeinderats wurden in der weiteren Planung ebenfalls berücksichtigt. Nach einer zweiten Planungswerkstatt ergab ein abschließendes Meinungsbild aller Beteiligten mit großer Mehrheit unter anderem, dass die untere Bachgasse zur Einbahnstraße werden soll, und zwar mit Fahrtrichtung von Ost nach West, also in Richtung Bahnhof. Der entsprechende Gemeinderatsbeschluss fiel am 18. April 2016.

Dass die Umsetzung bis heute dauerte, liegt begründet zum einen im personellen, sprich Wechsel in der Spitze der jeweiligen Fachbereiche und in der ISEK-Koordination; zum anderen in der Abstimmung mit der Verkehrsbehörde und letztendlich in der Corona-Krise, die ein Zurückstellen der Angelegenheit notwendig machte.

Fast zeitgleich wurde dann das Thema von den Gemeinderatsfraktionen der Freien Wähler und der CDU aufgegriffen. Auf deren Anregung hin wurde die bereits beschlossene Einzelmaßnahme jetzt in das Gesamtkonzept der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Sanierungsgebiet Untere Bachgasse“ integriert. Da sich im weiteren Planungsverfahrens ergab, dass eine Umsetzung der Einbahnstraßenregelung in der unteren Bachgasse die weiterführende Verkehrsneuordnung nicht behindern würde, sah sich Stadtverwaltung jetzt veranlasst, den kürzeren und schnelleren Weg zu gehen und die Einbahnstraßenregelung auf Basis des Gemeinderatsbeschlusses von 2016 in die Tat umzusetzen.

Bürgermeister Jürgen Kirchner zeigt sich zufrieden und auch erleichtert: „Ich bin froh, dass wir einen Kompromiss gefunden haben und es die Rahmenbedingungen nun endlich zulassen, dass wir mit der Einbahnstraßenregelung die Verkehrsproblematik im unteren Bereich der Bachgasse schnell und unkompliziert lösen und Gefahrensituationen entschärfen können“, so der Rathauschef. Dabei denkt er allerdings schon einen Schritt weiter und möchte die Umsetzung des Verkehrskonzeptes in der Gartenstraße auch wieder unter Bürgerbeteiligung angehen.