Schlüsselübergabe: Letzter Jahrgang verlässt die Uhlandschule - Übergangsquartier für Hebelschule

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Vor zwei Wochen feierten Hebel- und Uhlandschule noch ein gemeinsames Sommerfest. Mit dem jetzt zu Ende gehenden Schuljahr schließt letztere nun auch überhaupt zum letzten Mal ihre Pforten: Mit der Schlüsselübergabe an Bürgermeister Jürgen Kirchner am Freitagvormittag im Rathaus nahmen auch die letzten 23 Viertklässler Abschied von ihrer Schule. Begleitet wurden sie von Rektorin Isabelle Graf., Lehrerin Stefanie Gutschalk, Schulsozialarbeiterin Martina Horak und Elternbeiratsvorsitzender Claudia Reinisch-Mittelstaedt.

„Eine Ära geht zu Ende“

Die Kinder hatten für den Rathauschef ein Gedicht und eine wunderschön gestaltete Karte mitgebracht und sangen Hand in Hand die Uhlandhymne – ein klein wenig auf Abschied umgedichtet: „Die Uhlandschule wird jetzt gehen, doch die Erinnerung bleibt hier“ lautete ein Vers. „Auch wenn wahrlich eine Ära zu Ende geht: Trauere nicht, dass es vorbei ist, sondern freue dich, dass es gewesen ist“, zitierte Bürgermeister Kirchner seinerseits ein Sprichwort. Doch das „bisschen Wehmut“ werde durch die „große Vorfreude auf das, was da kommt, mehr als wettgemacht“, so Kirchner.

Damit sprach er nicht nur auf den Wechsel der Kinder auf weiterführende Schulen an, sondern auch auf den Hebelschul-Neubau: Isabelle Graf, die ja auch Leiterin der Hebelschule ist, stimmte ihm zu: „Da beginnt etwas Großes und Neues für uns alle.“ Kirchner dankte der Rektorin, dem Kollegium und den Eltern für die kooperative Zusammenarbeit während des vierjährigen Schließungsprozesses der Uhlandschule: „Wir alle hatten immer das Ziel vor Augen, das Beste für unsere Schülerinnen und Schüler zu erreichen.“

Weiternutzung als Übergangsquartier

Graf ihrerseits nahm den Schlüssel dann gleich wieder in Empfang, denn bekanntlich werden die Hebelschülerinnen und -schüler ihr Übergangsquartier im dann ehemaligen Uhlandschul-Gebäude und in Containern auf dem dortigen Schulhof beziehen – für die Zeit, in der das alte Hebeschul-Gebäude abgerissen und ein neues gebaut wird.

Die Uhlandschule hat in ihren 46 Jahren des Bestehens gut 2000 Schülerinnen und Schüler kommen und gehen sehen. In Betrieb genommen wurde sie zum Schuljahr 1973/74 – wegen des enormen Bevölkerungszuwachses hatte Hemsbach damals großen Bedarf an Schulraum. Die Gemeinde fand ihn in der ehemaligen Brot- und Keksfabrik Heinrich Philipsenburg KG, Nachfolgerin der Großbäckerei Heinrich Pfliegensdörfer KG, die die Fabrik 1961 gebaut hatte. Nach einem nur sechseinhalbmonatigen Umbau des Fabrikgebäudes zogen dort zunächst alle Hemsbacher Viertklässler ein.

Drei Rektorinnen und einen Rektor hat die Uhlandschule erlebt, von Volker Hehn über Gertrud Junghans und Heike Walther bis hin zu Isabelle Graf, die vor zwei Jahren die Schulleitung übernommen hatte, und zwar zusätzlich zur Leitung der Hebelschule, so dass sie immer das Wohl beider Schulen im Blick behalten konnte.

Schon 2009 war Schließung im Gespräch

Überlegungen, die Uhlandschule längerfristig zu schließen, gab es übrigens schon vor zehn Jahren – damals aus Kostengründen: Viele im damaligen Gemeinderat waren der Meinung, dass sich die Stadt Hemsbach auf Dauer keine drei Grundschulen leisten könne. Das stieß jedoch, im Zusammenhang mit der gerade aufgekommenen PISA-Diskussion, der auf harsche Kritik sowohl der Eltern und Lehrerschaft als auch der drei damaligen Schulleiter Gertrud Junghans, Edda Brehm und Bruno Matern.

Amtlich wurde die Schließung der Uhlandschule dann im März 2015, als der Gemeinderat mit großer Mehrheit beschloss, zum Schuljahr 2016/2017 keine Erstklässler mehr dort einzuschulen und die Uhlandschule „auslaufen“ zu lassen, denn allen an der Uhlandschule eingeschulten Schülerinnen und Schüler sollte ermöglicht werden, ihre Grundschullaufbahn ohne Schulwechsel absolvieren zu können. Dem vorausgegangen war die Entscheidung für eine dreizügige Ganztagsgrundschule an der Hebelschule – damit fehlten für eine dritte Grundschule schlichtweg die Schüler.

Hebelschul-Neubau soll 2021/22 fertig sein

Aktuell unterrichten an der Hebelschule 25 Lehrerinnen 243 Schülerinnen und Schüler – im neuen Schuljahr werden es 216 Schülerinnen und Schüler sein. Der geplante Hebelschul-Neubau kostet ca. 15,1 Millionen Euro und soll Ende 2021/Anfang 2022 fertiggestellt sein.

Die beiden Namensgeber Ludwig Uhland und Johann Peter Hebel waren übrigens Zeitgenossen – der eine studierter Jurist und Dichter, der andere Schriftsteller, Theologe und Pädagoge – und kannten sich sogar. Beide galten als aufgeklärte Europäer und Freunde der Demokratie. Insofern leben auch an der Hebelschule auch Uhlands Geist und Gedanken weiter.