„Ihr seid zurecht laut!“: Klima- und Umweltschutzprojekt der FSG liefert Ideen-Katalog ab

Geschrieben von Manuela De Angelis am . Veröffentlicht in Aktuelles

Geballtes Engagement für unseren Planeten und unsere Stadt war am vergangenen Freitag im Besprechungszimmer des Rathauses versammelt. Engagierte Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule (FSG) der siebten und achten Klasse statteten samt einer kleinen Gruppe Lehrpersonen im Rahmen des Klima- und Umweltschutzprojekts der Stadtverwaltung einen Besuch ab. Im Gepäck hatten sie selbstgestaltete Plakate und ein Paket an Ideen und Vorschlägen zu konkreten Maßnahmen und Umsetzungen für den Klima- und Umweltschutz an ihrer Schule und in Hemsbach. Bürgermeister Jürgen Kirchner war tief beeindruckt und honorierte diese Aktion mit den Worten: „Ihr seid zurecht laut! Man sieht, dass dahinter auch Kompetenz steckt!“

Gehaltvolle Plakate
Kurze klare Sätze und Ausführungen brachten auf den Punkt, worum es den jungen Leuten ging: „Wir müssen handeln, selbst, wenn es nur im kleinen Rahmen ist“, „Jetzt muss etwas getan werden, weil es sonst die Erde in 50 Jahren nicht mehr gibt“, hieß es seitens der Gruppe. Dass hinter diesen Forderungen auch Inhalt steckte, zeigten die mitgebrachten Plakate mit den Themen „Was ist der Klimawandel“, „Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt“, „Folgen des Klimawandels“, „Bäume pflanzen als Weltfamilie“ und zur ökologischen Suchmaschine „Ecosia“. Zwei Schüler hatten sich sogar für das Baumpflanzprojekt „Plant-for-the-Planet – Trees for Climate Justice“ ausbilden lassen und stellten eine dazugehörige Schokoladenaktion vor, die zum Ziel hat, mit dem Kauf dieser Schokolade die Pflanzung von Bäumen zu finanzieren. Apropos Bäume pflanzen: die Stadtverwaltung hat der FSG eine Silberlinde gespendet, wofür die Schülerinnen und Schüler dem Bürgermeister nochmals persönlich dankten.

Ideen für Lösungen
Doch die Schülerinnen und Schüler zählten nicht nur Probleme auf, sondern beschäftigten sich auch mit Lösungen. Diese hatten sie im Rahmen ihres Klima- und Umweltschutzprojekts in Form eines Maßnahmenkatalogs auf mehrere Seiten gebannt, sowohl konkret für die Schillerschule und die Stadt Hemsbach als auch deutschlandweit. Der Katalog ging sowohl an Bürgermeister Kirchner als auch an die Schulleitung der FSG.

„Es ist sehr wichtig, dass ihr auch Lösungsvorschläge anbringt, das finde ich richtig gut“, betonte der Rathauschef und ging auch gleich auf einige der vorgetragenen konkreten Maßnahmen für die Stadt ein. So forderten die Schülerinnen und Schüler „einen kompletten Verzicht auf Pflanzengifte, da sie nicht nur das Unkraut töten, sondern auch die Insekten“. Die Stadt verzichte schon seit längerem auf den Einsatz von Pflanzengiften, sagte Kirchner. Das Unkraut werde von städtischen Mitarbeitern abgeflammt oder gerupft. Insektenfreundliche Beete, Grünanlagen und Blühstreifen standen gleich danach auf der Agenda. Hier verwies Kirchner auf das Förderprojekt „Natur nah dran“, durch das in Hemsbach mit der ISEK-Gruppe „Innerstädtisches Grün“ schon fünf nachhaltige Grünflächen auf ehemaligen Rasenflächen angelegt wurden. Für die Schillerschule forderten die Siebt- und Achtklässler unter anderem den „Umbau der Warmwasseranlagen in der Sporthalle, damit die Wärme besser isoliert werden kann“, mehr Solaranlagen auf dem Schuldach, Begrünung des Fahrradständerdachs und „hochwertigeres Essen (Bio) und weniger Fleisch in den Schulmensen, da das meiste Fleisch aus der Massentierhaltung kommt“. Ebenso wünschten sich die Schülerinnen und Schüler für die FSG kostenlose Wasserspender zum Auffüllen von Mehrwegflaschen sowie ein „dauerhaftes Klimaschutzprojekt, geleitet durch Schülerinnen und Schüler unserer Schule“.

Veranstaltung im Max
Generell müsse ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden, betonte Kirchner weiter: „Wir alle sind in der Verantwortung zu handeln, aber auch ihr, denn „die Stadt“ sind schließlich wir alle. Die Forderungen müssen wir an uns alle stellen und gemeinsam umsetzen.“ Nach den Sommerferien wolle er auch dem Gemeinderat den Ideen-Katalog vorlegen und sei auch „gerne bereit, an die Schule zu kommen und das Thema aufzugreifen“.
Und er machte der Projektgruppe ein Angebot für das nächste Schuljahr: eine Veranstaltung zum Thema Klima- und Umweltschutz in der Kulturbühne Max, bei der sich das Schulprojekt präsentieren kann. Glücklich über die geschenkte Aufmerksamkeit und das Interesse an ihrem Projekt traten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss wieder den Rückweg Richtung FSG an – dort musste der Maßnahmenkatalog ja noch der Schulleitung übergeben werden, und mittags präsentierten sie ihr Anliegen nochmals auf dem Sommerfest der Schule.