Vom „Jungspund“ zum Senior in drei Minuten – Volker Polzin stellt im JUZ Alterssimulationsanzug vor

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Vom „Jungspund“ zum Senior in nur drei Minuten: Möglich macht das „GERT“, ein Alterssimulationsanzug. Einen solchen stellte Volker Polzin, der sich kraft seiner Tätigkeit als Anästhesiepfleger auch mit Geriatrie beschäftigt, jetzt im Jugendzentrum Hemsbach einer Gruppe Jugendlicher vor. Anprobe und live testen natürlich inklusive.

GERT schafft das „Erlebnis Alter“ – so wirbt die entsprechende Broschüre. Und verspricht – zumindest für die „Alterssimulanten“ – nicht zu viel. Bevor allerdings der Erste in GERT verpackt wurde, gab es ein wenig Theorie übers Älterwerden: „Der Körper verändert sich: Krankheiten werden häufiger, das Herz-Kreislauf-System wird schwächer, Gelenke und Muskeln unbeweglicher, der Bewegungsapparat funktioniert nicht mehr so reibungslos“, erklärte Volker Polzin. Hinzu kämen mitunter verschiedene Augenerkrankungen und ein Nachlassen des Gehörs.

Schon Aufstehen ist beschwerlich

Natürlich treffe all dies nicht auf jeden Menschen ab 65 Jahren gleichermaßen zu, dennoch sei die „Grundtendenz, dass im Alter nicht mehr alles so leichtfällt“, so Polzin. GERT ahmt genau das nach, und zwar täuschend echt. Dafür sorgen Gewichte an den Gelenken und Fußsohlen sowie eine etwa 20 Kilogramm schwere Weste. Jugendzentrums-Leiter Lars Aschemann war der Erste, der um ein paar Jahrzehnte „alterte“ – und schon das Aufstehen „beschwerlich“ fand. Bei den ersten Schritten folgten wegen eingeschränkten Sehvermögens Koordinationsprobleme, und beim Schreiben seines Namens ahnte er diesen mehr als dass er ihn mitlesen konnte.

Das Ganze wurde von den Jugendlichen zunächst noch belächelt, doch dann wurde es auch für jede und jeden von ihnen ernst, als sie in GERT schlüpften. So hatte Sinan größte Mühe, als „Senior“ seine Schuhe zu binden; Ayca schaffte es ohne Sturzgefahr alleine nicht mehr die Treppen hinunter – Lars und Julian eilten ihr zu Hilfe. Und so wich der Spaß allmählich der Nachdenklichkeit: „Unglaublich, wie anstrengend doch einfachste Dinge für ältere Leute werden können“, befand Sinan.

Damit war das Ziel dieser Aktion erreicht: am eigenen Leib erfahrbar zu machen, um wie viel mühsamer das Leben im Alter sein kann, und somit das Bewusstsein und mehr Verständnis für die ältere Generation zu schaffen und sie im Alltag, wenn nötig, zu unterstützen.