Wilhelm Trübner

Beschreibung aus dem Auktionskatalog (Winterberg): Trübner, der 1903 eine Berufung an die Kunstakademie Karlsruhe angenommen hatte, pachtete das Schloss Hemsbach in der Nähe von Weinheim in den Jahren 1904-07 für die Sommermonate als Aufenthaltsort für seine Familie und sich. Er malte in dieser Zeit mehrere variierte Fassungen vom Schloss und dem Park und wählte dabei bevorzugt die Vorder- und Rückansicht sowie den Blick durch die Bäume auf das Schloss als Motiv. In Anlehnung an die Idee der sogenannten Serienbilder der französischen Impressionisten, und hier vor allem an Claude Monet, gab er sein Sujet zu verschiedenen Tageszeiten und damit auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wieder. Dabei dominiert in der Farbgebung ein fein nuanciertes Grün in stark linear aufgetragenem Pinselstrich, so dass die dunklen Partien den vom Licht erfassten Bereichen wirkungsvoll gegenüberstehen. Der Großteil dieser Variationen befindet sich in öffentlichem Besitz, u. a. in den Museen von Berlin, Bern, Freiburg, Kiel, München, Schweinfurt und Wiesbaden.

Biografie

Wilhelm Trübner (1851-1917)

Trübner war der Sohn eines Heidelberger Goldschmieds. 1867 ging er an die Kunstschule in Karlsruhe. 1869 setzte er sein Studium an der Akademie in München fort. 1871 bezog Trübner zusammen mit Albert Lang und Carl Schuch ein gemeinsames Atelier. Von Wilhelm Leibls Malerei beeindruckt, schloss er sich dessen Künstlerkreis an. 1872 arbeitet Trübner im Atelier von Hans Thoma. Er reiste nach Italien, Belgien, Holland und durch Deutschland. 1874-1875 leistete der Künstler Militärdienst in Karlsruhe. Anschließend wohnte er wieder in München mit kurzen Aufenthalten in Heidelberg, Paris, London. 1890 fand Trübner unter dem Einfluss der französischen Malerei zur Freilichtmalerei. 1896-1903 lebte Trübner in Frankfurt. Er bezog ein Atelier im Städelschen Kunstinstitut. 1897 gründete er in den Räumen des Städel seine private Malschule. Ihm gelang der Durchbruch zu einem erfolgreichen und gefragten Künstler. 1892 wurde er Gründungsmitglied des Cronberger Künstler-Bundes. 1903 bis 1917 lehrte Trübner als Professor an die Akademie in Karlsruhe. Trübner schuf vorwiegend Landschaften und Porträts. Er legte weniger Wert auf das Motiv als auf das rein Malerische. In seinen Bildern mit dynamischem Pinselduktus und kräftigen Farben dominieren Grüntöne. Stilistisch stehen seine Werke zwischen Impressionismus und Realismus.

 

Hemsbach und Schlosspark zur Zeit Wilhelm Trübners

Der Ortskern ist sehr dicht überbaut. Im Gegensatz dazu sind Ritterhaus und Schloss von großzügigen Freiflächen umgeben. Im Westen beginnt im Bereich des Bahnhofs und entlang der westlichen Bachgasse die bauliche Ausdehnung Hemsbachs.