Wappen der Stadt Hemsbach

Das Hemsbacher Wappen geht auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahre 1490 zurück. Das heutige Dienstsiegel ist dem Siegel von 1706 nachgebildet. Die Farbgebung des Gemeindewappens erfolgte mit Zustimmung des Gemeinderats 1910 durch das Badische Generallandesarchiv. Die fachsprachliche, aus der Heraldik übernommene Beschreibung des Wappens (Blasonierung) lautet: In Silber ein schwarzes Schulterjoch (Spannhaken), darüber und darunter je eine fünfblättrige rote Rose mit grünen Kelchblättern

Das Schulterjoch war als Traghilfe im ländlichen Bereich in Gebrauch, unter anderem im Weinbau, der seit jeher in Hemsbach betrieben wurde. Das Joch ist auch das alte Fleckenzeichen Hemsbachs, das vom Wappen abgelöst wurde. Die Bedeutung der Rosen ist nicht geklärt; vermutlich handelt es sich aber nur um eine Verzierung – oder um ein Symbol der Lebensfreude als Ausgleich zum „Joch der Arbeit“.

Einen anderen Standpunkt vertritt Edwin H. Höhn (Der Spannhaken ist das Hemsbacher Dorfzeichen, in: Hemsbacher Gemeinderundschau, 14 (1978), Nr. 2): Bei dem Symbol handle es sich um den längst vergessenen Spann- oder Klammhaken, wie er früher bei der Weinlese eingesetzt wurde. Als Hemsbach Mitte des 15. Jahrhunderts ein eigenes Siegel bekam, habe es der Wormser Herrschaft wohl nahe gelegen, ebenfalls ein Symbol aus dem Weinbau zu nehmen, so wie einige Orte an der kurpfälzischen Seite der Bergstraße in ihren Wappen Symbole aus dem Weinbau führen. Die beiden Rosen seien auch keine Sinnbilder für Freude, sondern zeigten vielmehr die damalige Zugehörigkeit Hemsbachs zur Wormser Herrschaft an.