Nibelungensteig als Vorbild für den Burgenweg

Geschrieben von Weinheimer Nachrichten am . Veröffentlicht in ISEK Presse & Berichte

Hemsbach. Die Arbeitsgruppe "Landschaft & Vorgebirge" legt mächtig los. Am Donnerstag gründete sie sich im Gewölbekeller des Rathause. Der BUND-Vorsitzende Gerhard Röhner wurde einstimmig zum Sprecher gewählt. Und schon am kommenden Mittwoch, 24. Juli, werden die Teilnehmer den Burgen- weg erkunden, um ihn zu kartieren und eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Denn der soll zum Pilotprojekt der Gruppe werden, die sich im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) bildete. "Wir brauchen ein Projekt, wo die Leute schnell etwas sehen", formulierte Röhner das Ziel.

Eingangs bedankte sich Hausherr und Bürgermeister Jürgen Kirchner bei allen 20 Teilnehmern, denn sie würden mit ihrem Einsatz garantieren, dass es mit dem Entwicklungsprozess weitergehe.

Drei Themen "beackern"

Zwar heißt es so schön "Blühende Bergstraße", gleichwohl gibt es für Röhner in der Region auch "Kummerfalten": "Zum einen blüht die Bergstraße nur begrenzt. Zum anderen sind Grundstücke zwischen Laudenbach, Hemsbach und Sulzbach nicht gepflegt und sehen waldähnlich aus", erläuterte Röhner, der zugleich ILEK-Fachbeirat (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) ist. Drei Schwerpunkte der Gruppe stellte er vor: Neuer Burgenweg, Eichbachtal und Flurbereinigung im Vorgebirge. Beim Neuen Burgenweg, der weiter oben als der bisherige verlaufen soll, wünscht Röhner eine Art Nibelungensteig. Schön gestaltet und schön beschildert, wobei Letzteres der Odenwaldklub vornehmen wird. Zunächst erfolgt jetzt eine Bestandsaufnahme der Grundstücke, die teilweise der Stadt, aber auch Privatleuten gehören. "Stück für Stück gehen wir den Weg ab, nehmen die Grundstücke auf und schauen auch auf die Nutzung", so Röhner. In einem weiteren Schritt wird über ein neues Nutzungskonzept nachgedacht. Denkbar sind für ihn beispielsweise Kirschbaumpflanzungen von Eltern bei der Geburt eines Kindes oder die Beweidung mit Ziegen. Grundstückskauf, -verkauf oder -verpachtung könnten ebenfalls Möglichkeiten für eine neue Nutzung sein. "Es geht nicht darum, alte Grundstücke museumsartig zu gestalten", beruhigte Röhner. Doch die Chancen jetzt etwas für die Neugestaltung und -nutzung zu unternehmen, sei groß. Er verwies dabei nicht nur auf ISEK, sondern auch auf das ILEK-Programm und den gegründeten Landschaftserhaltungsverband. "Die politische Konstellation ist sehr günstig. Wenn wir es jetzt nicht auf die Reihe bekommen, können wir es vergessen", betonte Röhner.

Kurz ging der Sprecher auf die mögliche Beschilderung des Neuen Burgenwegs ein. Neben Hinweisen für ÖPNV, Parkplätze, Sehenswürdigkeiten sollten auch welche für Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten oder Alternativrouten aufgestellt werden. Kurt Pfliegensdörfer von der Winzergenossenschaft regte als neue Nutzung Rebflächen und Streuobst an. "Wir haben in Hemsbach rund 17 Hektar Rebfläche. Mehr Flächen wären doch lohnend", fragte er in die Runde.

Weidekonzept für Eichbachtal

Das Weidekonzept für das Eichbachtal war schnell vorgestellt. Denn Schäfer Jäger ist laut Röhner bereit, weitere Flächen von seinen Ziegen abgrasen zu lassen. Eher als längerfristige Aufgabe wurde die Flurbereinigung angesehen. "Auf die lange Bank wollen wir es nicht schieben. Allerdings macht die Landesregierung eine neue Vorgabe, wonach der ökologische Nutzen im Vordergrund steht", erklärte Röhner. Zumeist dient diese Flurbereinigung bisher dazu, den Wegebau zu verbessern. Dies reiche aber nicht mehr aus. Willi Pauli schlug anschließend vor, alle drei Themen parallel zu bearbeiten. Der städtische Fachbereichsleiter Karl Engelsdorfer warnte davor, sich zu verzetteln. "Mit dem Kartieren des Burgenwegs, dem Klären der Eigentumsverhältnisse, der neuen Wegeführung und dem Säubern der Grundstücke haben wir genug zu tun", forderte er auf: "Wenn wir nächstes Frühjahr eröffnen, wäre es gut. Lasst uns bei diesem Pilotprojekt bleiben!"

Bei der Flurbereinigung, für die die Stadt bereits einen Antrag gestellt hat, warb er um Zurückhaltung. Der gestellte Antrag ziele auf die Verbesserung der Wege ab. "Wenn wir bei der Flurbereinigung einen neuen Weg einschlagen und neue Nutzungskonzepte wollen, müssten wir dies wohl neu beantragen", ergänzte er. Am Ende einigten sich die Teilnehmer darauf, mit dem Pilotprojekt Neuer Burgenweg zu beginnen. Am nächsten Mittwoch, 24. Juli, gibt es ab 17 Uhr eine Begehung. Treffpunkt ist am Parplatz B 3 zwischen Hemsbach und Laudenbach. hr

An der Mitarbeit Interessierte können sich auf der Homepage der Stadt Hemsbach unter www.hemsbach.de/isek/webisek.html informieren und bei ISEK-Koordinatorin Denise Bauer im Rathaus, Telefon 06201/70726, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, melden.