Badebetrieb am Wiesensee: Schönwetter-„Plusstunde“ am Abend entfällt

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Noch ist nicht unbedingt Badewetter – bisher absolvieren nur Hartgesottene ihre Schwimmrunden im seit dem 1. Mai geöffneten Wiesensee. Mit den hoffentlich bald steigenden Temperaturen ist jedoch erfahrungsgemäß mit einem Ansturm zu rechnen. In Hemsbach ist man gewappnet: Das Freibad Wiesensee wird wie gewohnt bis Mitte September täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet sein, letzter Einlass ist um 19 Uhr. Das bisherige Plus von einer Stunde – also die bisher bei extrem schönem Wetter angebotene verlängerte Öffnungszeit bis 21 Uhr – kann in dieser Saison allerdings nicht beibehalten werden. Der Grund: Personalmangel.

Weil die gesetzlich vorgeschriebenen Tagesarbeitszeiten- und Ruhepausenregelungen eingehalten werden müssen, dürfen die beiden Wiesensee-Bademeister Harry Klukas und Daniela Unrath ihren Arbeitstag frühestens um 8 Uhr beginnen. Dann stehen in der Regel zunächst einmal Wartungs-, Reinigungs- und Pflegearbeiten an, die manchmal mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen – und ab 9 Uhr, wenn der Wiesensee für die Schwimmer geöffnet wird, muss die Badeaufsicht gewährleistet sein.

Um die Schönwetter-„Plusstunde“ am Abend aufrechterhalten zu können, wäre also zusätzliches Personal vonnöten, doch: „Trotz intensiver Bemühungen und mehrfacher Ausschreibungen haben wir die Stelle eines dritten Bademeisters leider nicht besetzen können“, erklärt der unter anderem für den Badebetrieb zuständige Rathausmitarbeiter Tobias Schork. Um den Betrieb überhaupt sicherstellen zu können, hat die Stadt Leiharbeiter einer Zeitarbeitsfirma eingestellt, die jedoch vom Fachpersonal bei speziellen Tätigkeiten angeleitet und betreut werden müssen.

Der Mangel an Fachangestellten für Bäderbetriebe – so die korrekte Berufsbezeichnung – ist übrigens kein ausschließliches Hemsbacher Problem, viele Bäder landauf, landab sehen sich damit konfrontiert. Auch ausgebildete Rettungsschwimmer, welche alternativ die Stelle besetzen könnten, sind schwer zu finden. Die Folge: Viele Bäder müssen ihren Badebetrieb zwangsläufig einschränken. So gesehen lässt sich in Hemsbach dann doch eher von einem kleinen Wermutstropfen sprechen, denn im Vergleich zu anderen Bädern in der Region kann die Stadt noch relativ großzügige Öffnungszeiten anbieten.

„Natürlich gibt man liebgewonnene Gewohnheiten ungerne auf, aber die Sicherheit unserer Badegäste geht dann doch vor“, bittet Bürgermeister Jürgen Kirchner um Verständnis dafür, dass die Abendschwimmer notgedrungen auf ein Stündchen verzichten müssen. Nun stirbt aber die Hoffnung bekanntlich zuletzt, und wer weiß, vielleicht findet sich ja doch noch der eine oder andere Bewerber…