Stadt Hemsbach appelliert an Hundebesitzer: Bellos „Geschäft“ gehört in die Tüte

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Die Begegnung mit ihnen gehört zu den unangenehmsten überhaupt, und sie sind leider ein Dauerthema: Hundehaufen. Und zwar dort, wo sie nicht hingehören. Ob auf Gehwegen, Grünflächen oder sogar auf Kinderspielplätzen und in der „alla hopp!“-Anlage: Jeder Schritt kann zu einem kleinen Unglück führen. Letzterer Zielort müsste für „Gassi-Geher“ ohnehin tabu sein, denn das Mitbringen von Hunden – ausgenommen Assistenzhunde für Menschen mit Behinderung – ist dort grundsätzlich untersagt.

Dabei hat die Stadt Hemsbach gerade in unmittelbarer Nähe beliebter Hunde-Ausführorte sowohl Hundetoiletten eingerichtet – derer insgesamt 10 an der Zahl – als auch Beutelspender aufgestellt. Die Kotbeutel sind ideale Helfer, wenn „Bello“ mal ein Missgeschick passieren und er sein „Geschäft“ außerhalb des dafür vorgesehenen Bereichs verrichten sollte. 31 dieser praktischen Tütenspender stehen im Stadtgebiet. Einer dürfte wirklich immer in Reichweite sein.
Es ist also – wie so oft – das „obere Ende der Leine“ gefragt. „Frauchen“ wie „Herrchen“ seien zudem daran erinnert, dass Hinterlassenschaften von Vierbeinern auch wahrlich kein Aushängeschild für eine Stadt sind, die um Gäste und Besucher wirbt. Und sie zeugen ebenso wenig von Wertschätzung für die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Engagierten im ISEK-Prozess, die Hemsbach lebens- und liebenswerter machen möchten.

Ganz zu schweigen davon, dass es auch mit der Rücksichtnahme auf Kinder nicht weit her ist, wenn die Jüngsten nur noch unter größten Vorsichtsmaßnahmen die Spielplätze nutzen können. Verantwortungslosigkeit träfe ein solches Verhalten, Haufen Haufen sein zu lassen, eher, denn nicht zu vergessen: Hundekot enthält oft Salmonellen und viele andere Krankheitserreger, kann also zur Gesundheitsgefahr werden.

Bürgermeister Jürgen Kirchner ist diese Problematik ebenfalls nicht entgangen. „Es ist schlichtweg ein großes Ärgernis, dass unsere Stadt und noch dazu sensible Stellen, an denen sich Kinder aufhalten, so hemmungslos verschmutzt werden. Wer sich für einen Hund entscheidet, der muss sich auch dafür entscheiden, dessen Hinterlassenschaften zu entsorgen – so, wie er es auf seinem eigenen Gelände auch tun würde“, macht der Rathauschef seinem Ärger Luft.  
Die Stadtverwaltung Hemsbach wird deshalb nicht müde, an die Hundebesitzer zu appellieren, dafür zu sorgen, dass das „Geschäft“ ihres Vierbeiners „in die Tüte“ kommt und entsorgt oder an dafür vorgesehenen Stellen verrichtet wird – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Die polizeiliche Umweltschutzverordnung fasst dieses Thema im § 14 – Verunreinigung durch Hunde – folgendermaßen nüchtern in Worte: „Der Halter oder Führer eines Hundes hat dafür zu sorgen, dass dieser seine Notdurft nicht auf Gehwegen, Grün- und Erholungsanlagen oder in fremden Vorgärten verrichtet. Dennoch dort abgelegter Hundekot ist unverzüglich zu beseitigen.“
Außerdem: wer seinen Hund ausführt ohne den Hundekot zu entfernen, verhält sich ordnungswidrig gemäß § 31 Ziff. 15 der Polizeiverordnung. Die Ordnungswidrigkeit wird mit einem Verwarnungsgeld von 15 bis 35 Euro belegt. Ferner kann im Wiederholungsfalle oder bei schwerwiegendem Vergehen (wie der mehrfachen Nutzung von Spielplatz-Sandkisten als Hundeklo) auch ein Bußgeld von 40 bis 150 Euro im Bußgeldverfahren erteilt werden. Das besagt der Bußgeldkatalog Umwelt Vergehen U 40300. Und dieses Geld wäre doch viel besser angelegt für ein neues Spielzeug für den Vierbeiner…