"Natur nah dran" - Ein Zuhause für die Natur: Insektenstation an Park &-Ride-Parkplatz

Geschrieben von Manuela De Angelis am . Veröffentlicht in Aktuelles

Außer den vorbeifahrenden Zügen wird es nun auch noch ein munteres Summen geben auf der Park &- Ride-Anlage auf der Westseite des Bahnhofs in der Königsberger Straße. Seit 28. März steht dort nämlich eine „Insektenstation“, die verschiedenen Wildbienenarten und Hummeln Unterschlupf bieten soll. Wie ein kleines Hochhaus aus Holz sieht sie aus, hat ein rotes Dach und jede Menge Holzröhrchen und röhrenförmige Öffnungen, in die die Bienen hineinkrabbeln können.

Und wenn dann die bereits eingepflanzten Wildpflanzen um die Insektenstation zu blühen beginnen, ist diese tierische Unterkunft zusätzlich noch in ein farbenfrohes Blütenmeer eingebettet – sozusagen all inclusive für Wildbienen.

Angelegt sind ebenso artenreiche Magerwiesen und Wildsträucher, mit Versteck- und Nistmöglichkeiten für Insekten und Reptilien, denn gerade hier bieten sich mit den unterschiedlichen Freibereichen sehr viele Chancen für mehr Biodiversität.
Doch es geht nicht nur um die Optik, sondern vielmehr darum, der biologischen Artenvielfalt – von Pflanze bis Tier – Nahrung, Schutz und Unterschlupf zu bieten, mitten in der Stadt, zu allen Jahreszeiten. Denn auch im Winter bieten trockene Pflanzenstängel und Blätter Bienen, Schmetterlingen und vielen mehr das, was sie brauchen. Dies alles ist in Hemsbach auf insgesamt vier innerstädtischen Grünflächen möglich, dank dem Projekt „Natur nah dran“, das die biologische Vielfalt im Siedlungsraum fördert. Durchgeführt wird das Projekt vom NABU Baden-Württemberg und vom Land gefördert. Die Stadt Hemsbach gehört zu den zehn Kommunen, die 2016 einen der zehn begehrten Plätze bekamen sowie  einen Zuschuss von 15.000 Euro.

Weitere Flächen, die im Zuge von „Natur nah dran“ in Blühflächen und Wildblumenwiesen umgewandelt wurden, liegen an der Richard-Wagner-Straße, am Warehamkreisel am Ortseingang West sowie auf einer Rasenfläche auf dem Hemsbacher Friedhof. Insgesamt sind das über 2.800 m² Lebensraum für die biologische Vielfalt.
„Diese neugeschaffenen Flächen für die Natur werden unser Stadtbild bereichern und uns die Natur quasi direkt vor die Haustüre bringen. Davon profitieren nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger, die dadurch ganz im Sinne des Projektes an der „Natur nah dran“ sein können“, lobt Bürgermeister Jürgen Kirchner das NABU-Projekt.  


Attraktiv für Mensch und Natur
Unter der Federführung der ehemaligen ISEK-Koordinatorin Juliane Rösler und den ISEK-Ehrenamtlichen entstanden in Zusammenarbeit mit Thomas Wetzel von der städtischen Bauverwaltung sowie dem städtischen Bauhof vier Oasen in der Stadt, die nicht nur für die biologische Artenvielfalt eine Bereicherung darstellen sollen. Jetzt wurden diese Flächen mit Infoschildern gekennzeichnet, darunter auch die Park &-Ride-Anlage in der Königsberger Straße, wo die Insektenstation angebracht wurde. Mit von der Partie bei der „Einweihung“ des im Volksmund oft als „Insektenhotel“ bezeichneten Unterschlupfes waren Hilde Dugimont und Helga Keim von der ISEK-Gruppe „Innerstädtisches Grün“, Gerhard Röhner, Vorsitzender vom BUND Hemsbach/Laudenbach sowie die beiden Bauhof-Mitarbeiter Thomas Emmler und Stefan Dreikluft. Die ISEK-Gruppe ist zuständig für die Bepflanzung und Pflege und freut sich generell immer über neue Helfer. Die städtischen Bauhof-Mitarbeiter sind ebenfalls bei der Pflege eingespannt.
Ziel der Aktion sei es, naturnahe Flächen zu bekommen, die auch attraktiv sind, sowohl optisch als auch nahrungstechnisch für Insekten, erklärt Gerhard Röhner. Um der Pflege der Pflanzen gerecht zu werden, könne man zum Beispiel nicht mulchen und nur zweimal im Jahr mähen. Das würde dazu führen, dass die Grünflächen nicht durchgehend optisch so ansprechend sein könnten, wie man das erwarte. Daran müssten die Bürger sich erst gewöhnen, so Röhner.  

Über „Natur nah dran“
Von 2016 bis 2020 unterstützt der NABU jährlich zehn Kommunen bei der Umwandlung von jeweils bis zu fünf Flächen in artenreiche Blumenwiesen oder blühende Wildstaudensäume. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.
Weitere Infos gibt es auf www.naturnahdran.de