Zweite Runde „Frag den Häuptling“ im JUZ – Kirchner: „Die Zukunft seid ihr!“

Geschrieben von Heike Pressler am . Veröffentlicht in Aktuelles

Ein „McDonalds“ in Hemsbach? Wohl kaum. Bürgermeister Jürgen Kirchner konnte dieses Gerücht zwar zerstreuen, dennoch wurde es zu einem „Running Gag“ der zweiten Runde „Frag den Häuptling“ im Jugendzentrum (JUZ). Der Rathauschef hatte im Oktober letzten Jahres Hemsbacher Jugendlichen im Rahmen des Herbstferienprogramms Rede und Antwort gestanden und sich bereit erklärt, eine solche Gesprächsrunde zu wiederholen, wenn nicht gar zur regelmäßigen Einrichtung zu machen. Gesagt, getan: JUZ-Leiter Lars Aschemann rührte die Werbetrommel, und so waren es am Mittwochabend knapp zwanzig Jugendliche, die Kirchner „auf den Zahn fühlten“.

Auf den Nägeln brannte den jungen Hemsbachern so einiges. Und locker und ungezwungen wurde darüber diskutiert, wenngleich es schon die erste Frage in sich hatte: Wohin kommt das JUZ? „Darüber ist noch nicht entschieden. Zuerst einmal brauchen wir eine Raumplanung, dann sehen wir weiter“, so Kirchner. Auch für ein weiteres wichtigen Anliegen der Jugendlichen, ein Grillplatz oder ein Ort für offene Treffen im Stadtgebiet, ist noch keine Lösung gefunden. Die von den Jugendlichen vorgeschlagenen Standorte – von der Hundewiese über „altes Edeka“ und ein ehemaliges Lager an der KVS bis hin zum „alla hopp!“-Gelände und dem Seeweg – kämen allesamt nicht in Frage, da sich die genannten Grundstücke entweder in Privatbesitz befänden, im Naturschutzgebiet lägen oder zu nah an der Wohnbebauung, erklärte der Bürgermeister.

Letzteres sei auch der Grund, warum die „alla hopp!“-Anlage nach 22 Uhr nicht mehr benutzt werden dürfe: Man wolle die Anwohner keinem übermäßigen Lärm aussetzen. „Andere Anlagen haben damit ein Riesenproblem, wir glücklicherweise nicht. Und das soll auch so bleiben.“ Wichtig sei, dass man aufeinander achte – und das funktioniere bisher sehr gut. „Es ist unsere Anlage. Wir alle müssen dafür sorgen, dass sie uns erhalten bleibt.“ Dafür gab es breite Zustimmung der Jugendlichen.

Die interessierten sich auch für das neue Schulzentrum und die Zukunft des BIZ-Geländes – zwei Themen, an denen intensiv gearbeitet werde, so Kirchner. Erfreuliches hatte er auf Nachfrage ebenso in Sachen „Zehntscheuer“ zu berichten; dort plane der neue Besitzer ein gastronomisches Angebot und die Reaktivierung des Biergartens. Auch wie und wo es mit dem Kulturprogramm weitergehe, wollten die jungen Leute wissen – „die Signale stehen auf Sportcenter“, berichtete der Rathauschef, der Gemeinderat werde darüber entscheiden.

Unmut äußerten einige über den schlechten Zustand mancher Ortsstraßen. Dazu erklärte Kirchner, dass es eine Prioritätenliste in Sachen Sanierung gäbe, die man sozusagen abarbeite. „Wir stellen jährlich 500.000 Euro in den Haushalt ein, das reicht für ein bis zwei Straßen.“ Dass das im Grunde zu wenig sei, gab der Rathauschef offen zu, aber die städtischen Finanzen gäben nicht mehr her.

Blieb am Ende die Feststellung, dass zwar einiges, doch eben nicht alles machbar ist – indessen: Dafür zeigte eine jede und ein jeder der jungen Leute Verständnis. Und das war eines der wichtigsten Ergebnisse überhaupt: Miteinander reden kann vieles klären. „Aber dafür müssen wir wissen, was euch beschäftigt, was euch interessiert. Wir wollen in Hemsbach etwas bewegen, aber nicht über eure Köpfe hinweg. Wir brauchen eure Ideen, euren Input, euer Engagement, damit wir den richtigen Weg in die Zukunft einschlagen, denn die Zukunft seid ihr“, appellierte Kirchner.

Und machte im gleichen Atemzug deutlich, wie ernst ihm damit ist: Nicht nur, dass es demnächst zu einem Austausch mit den Schülervertretern kommen soll – für Herbst wurde auch gleich die dritte Runde „Frag den Häuptling“ vereinbart. Und nicht zu vergessen: Die Tür des Bürgermeisters steht grundsätzlich offen: „Einfach anrufen und Termin vereinbaren. Die Zeit nehme ich mir gerne“, so Kirchner, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Solange es nicht nur um McDonalds geht!“